Mann rettet einen Hund: Dann erkennt er seinen großen Fehler

Tierliebe ist etwas Positives. Die meisten von uns versuchen, Tiere die ihnen begegnen gut zu behandeln, auch wenn es nicht unsere eigenen sind. Erst recht setzten wir alles daran Tieren in Not zu helfen. Helfende Menschen nehmen Straßenhunde mit nachhause oder geben ihnen Futter. Aber so sehr wir versuchen das Richtige und Beste für diese Tiere zu tun, unsere guten Absichten können auch nach hinten losgehen.

Als drei Bauarbeiter aus Estland ein Tier entdeckten, das in Not war, eilten sie ihm ohne einen zweiten Gedanken zu Hilfe. Nachdem sie es in Sicherheit gebracht hatten, stellten sie fest, dass das Tier nicht so war, wie es schien. Schlimmer noch, sie waren alle in schrecklicher Gefahr!

1. Sie hörten ein Winseln

Rando Kartsepp, Robin Sillamäe und Erki Väli hatten Anfang 2019 einen aufregenden Arbeitstag. Während der Reparaturarbeiten am Sindi-Damm in Estland wurden die drei Männer von einem ungewöhnlichen Geräusch überrascht. Die Arbeiter versuchten herauszufinden, woher der Lärm kam. Es war ein Winseln und Jaulen, das sie hörten.

Die drei Männer näherten sich neugierig dem Ufer des Flusses Pärnu. Sie wollten nachzusehen, was los war und entdeckten etwa 100 Meter entfernt ein Tier, das wild im Wasser planschte. Als sie genauer hinsahen, erkannten sie bald den Ernst der Lage. Dies war nicht irgendein Tier – es war ein Hund! Sofort war klar, dass der Hund in Gefahr war.

2. Die Rettungsaktion

Das Wetter war eiskalt. Der Fluss war zugefroren, aber nur teilweise war die Eisfläche dick genug um jemand zu tragen. Der Hund war wahrscheinlich auf der Eisfläche eingebrochen. Ohne zu zögern, sprangen die drei Männer in den Fluss und schwammen hastig auf das um sein Überleben kämpfende Tier zu.

Das Eis war stellenweise sehr dünn, aber zusammen gelang es ihnen, einen Weg zu bahnen. Sie versuchten sich kniend und mit Seilen zusammengebunden vorwärts zu bewegen. Während Sie sich selbst in Lebensgefahr brachten, hatten sie das arme Tier vor Augen, dass versuchte nicht unterzugehen. Schließlich gelang es ihnen den Hund in Sicherheit zu bringen.

3. Das Tier wäre beinahe erfroren

Die Männer zogen, den zitternden Hund aus dem eiskalten Wasser. Sie wickelten das erschöpfte Tier, dem Eiszapfen vom Fell hingen, mit einer dicken Decke ein. Schließlich warfen Sie einen näheren Blick auf die fast erfrorene Kreatur. Der Hund war groß, hatte dickes Fell und durchdringende gelbe Augen.

Ein einzigartiges Aussehen für ein gewöhnliches Haustier. Da die Arbeiter wussten, dass das Tier Hilfe brauchte, hatten sie nicht viel Zeit, sich über das Aussehen des Hundes zu wundern. Die Decke half wenig, um das erbarmenswerte Wesen aufzuwärmen. Nicht einmal ein großes Feuer konnte sie alle vor Unterkühlung bewahren. Sie benötigten dringend medizinische Hilfe.

4. Mit voller Fahrt ins Krankenhaus

Bild: Massis / Shutterstock.com

Also nahmen die Männer das Tier in die Arme, trugen ihren neu gefundenen Freund zu ihrem Pickup und legten den zitternden Hund hinein. Dann riefen sie die örtliche Tierklinik an. Den Männern wurde gesagt, sie sollten den Hund sofort vorbeibringen. Sie rasten mit ihrem Lastwagen ins Krankenhaus.

Während der ganzen Fahrt rührte sich das Tier nicht. Vor lauter Erschöpfung schlief es fast den ganzen Weg. Den Kopf hatte der Hund dabei auf Kartsepps Schoß gelegt. Tatsächlich schienen die Männer ein richtiges Kuscheltier gerettet zu haben, ein treues Haustier, das nun bestimmt seinem Besitzer sehr fehlte. Bei der rasanten Fahrt riskierten die Männer Kopf und Kragen, doch sie wollten den Hund rechtzeitig in ärztliche Behandlung geben.

5. Das ist kein Hund

Kaum waren sie im Krankenhaus angekommen, waren die Tierärzte vor Ort und trugen den Hund hinein. Ärzte und Tierpfleger arbeiteten sofort daran, ihn wieder gesundzupflegen. Trotzdem das Tier stark unterkühlt war, schien es sich schnell zu erholen. Es gab jedoch nur ein Problem. Das Tier war eigentlich gar kein Hund.

Tatsächlich konnten Tierärzte nicht identifizieren, was es war. Nachdem alle ratlos gewesen waren, riefen die Ärzte einen örtlichen Jäger an, um zu sehen, ob er etwas Licht in ihre Situation bringen konnte. Der Jäger wusste sofort womit sie es zu tun hatten. Dies war kein Hund – es war ein Wolf

6. Es ist ein Wolf

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Die Bauarbeiter standen unter Schock. Sie hatten das Tier völlig falsch identifiziert. Doch nicht nur das, sie waren tatsächlich ohne Sicherheitsvorkehrungen mit einem lebenden Wolf in ihrem Fahrzeug unterwegs gewesen! Wenn der Wolf gewollt hätte, wären die Männer ein leichter Snack für ihn gewesen. Zum Glück hatte das eisige Wasser dazu beigetragen, den Wolf zu beruhigen.

Diesem Umstand verdankten die Männer, dass das Tier so fügsam gewesen war, als sie es gerettet und ihren Lastwagen hineingelegt hatten. Dieser Zustand der Ruhe würde jedoch nicht von Dauer sein – es war schließlich ein wildes Tier. Zwar gehören Menschen nicht in das Beuteschema von Wölfen, aber gefährlich werden können sie auf jeden Fall.

7. Ein Käfig zur Sicherheit

Zuerst war der Wolf so erschöpft, dass er sich überhaupt nicht wehrte und sich ganz ruhig verhielt. Wir haben ihn einfach in diesem Raum liegen lassen“, sagte Chefarzt Tarvo Markson. „Aber als das Tier anfing, sich zu erholen und sich ein Bild von der Situation zu machen, hatte ich das Gefühl, dass sich die Dinge schnell ins Gefährliche ändern könnten.“

Als sich das Tier langsam erholte, begann es sich so zu verhalten, wie man es von einem einjährigen Wolf erwartet. Der Wolf fing an in dem kleinen, geschlossenen Raum zu randalieren. Zu seiner eigenen Sicherheit – und zur Sicherheit der Ärzte – wurde der Wolf in einen Käfig gesperrt.

8. Wieder in Freiheit

Am Ende des Tages hatte sich das Tier vollständig erholt. Die Ärzte der Tierklinik waren zuversichtlich, dass der Wolf ohne Schwierigkeiten wieder in die Wildnis entlassen werden konnte. Trotzdem beschloss Estlands nationale Umweltbehörde, den Wolf aus Sicherheitsgründen mit einem GPS-Halsband auszustatten. Es war nun an der Zeit, den Wolf freizulassen.

Das Tier flitzte blitzschnell aus dem Käfig und verschwand in der Wildnis. Kartsepp und die anderen Männer winkten dem Wolf zum Abschied. Für die Bauarbeiter war dies ein bittersüßes Ende eines unvergesslichen Arbeitstages. „Wir freuen uns sehr über das Ergebnis der Geschichte und möchten allen Teilnehmern danken – insbesondere den Männern, die den Wolf gerettet haben, und den Ärzten der Klinik, die keine Angst hatten, das wilde Tier zu behandeln und zu pflegen“, kommentierte die Estnische Union zum Schutz der Tiere den Vorfall.

9. Das Nationaltier Estlands

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Dennoch wäre es nicht verwunderlich, wenn so etwas in Estland wieder passieren würde, da im Land ein großer Teil der europäischen Wolfspopulation lebt. Tatsächlich wurde der Wolf nur wenige Monate vor diesem Vorfall zum Nationaltier Estlands ernannt.

Der gerettete Wolf von dem diese Geschichte erzählte, wurde unglaublicherweise nur einen Monat nach seiner Begegnung mit den Bauarbeitern in freier Wildbahn gesichtet. Vor allem ist es erstaunlich, dass die Sichtung bei der die Fotografie entstand 113 Kilometer von dem Ort der Freisetzung entfernt war. Dem Wolf schien es also wirklich gutzugehen. Nach dem abenteuerlichen Vorfall kann man ihn sogar einen richtigen Glückspilz nennen.

10. Eine Verwechslung von Tierarten kommt öfter vor als man denkt

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Wahrscheinlich denken Sie, es wäre kaum möglich einen Wolf mit einem Hund zu verwechseln. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Menschen Tiere falsch identifizieren. Daraus können sehr gefährliche Situationen entstehen. Versehentlich bringt man dann einen tierischen Doppelgänger mit nach Hause. Handelt es sich dabei um ein Raubtier, kann das durchaus fatale Folgen haben.

Jostein Hansen bemerkte eines Morgens, als er seine Kinder in der Schule absetzte, ein winziges Tier, das über eine schneebedeckte Straße huschte. Neugierig hielt der Vater an. Der Mann wusste natürlich, dass kleine Tiere auf einer befahrenen Straße sehr gefährdet war, also huschte er mit Geschicklichkeit und Geschwindigkeit durch den Verkehr und schnappte sich das Tier, bevor das Schlimmste passierte.

11. Ein entlaufener Hamster

Mr Hansen identifizierte das Tierchen als Hamster. Seine Tochter und er hatten eine Vorliebe für die kleinen Nager. „Mir war klar, wenn Kinder den Hamster verloren haben, werden sie das als Katastrophe wahrnehmen“, sagte er. „Also habe ich die Chance genutzt und versucht, das Tier zu fangen.“

Mit dem Hamster in den Händen und dem Gedanken daran, wie traurig seine eigene Tochter sein würde, wenn ihr Hamster verschwinden würde, beschloss der Vater, den Besitzer zu finden. In der Zwischenzeit verstaute er den Hamster in seinem Handschuhfach. Als Mann mit begrenzten Ressourcen wusste Jostein, dass er ein wenig zusätzliche Hilfe brauchte, um den Hamster zu seinem richtigen Zuhause zurückzubringen.

12. Unterstützung durch eine Zeitung

Vesterålen Online

Jostein Hansen wandte sich an die norwegische Zeitung “ iTromso“. Die Redakteure fanden die Geschichte unterhaltsam und übergaben die Aufgabe an ihre Journalistin Sanna Drogset Børstad. Sanna runzelte die Stirn als sie erfuhr, dass sie ihre nächsten Stunden damit verbringen würde, nach einem Hamsterbesitzer zu suchen.

Schließlich gingen die Pulitzer-Preise, wie sie wusste, normalerweise nicht an diejenigen, die nach Besitzern von verlorene norwegischen Nagetiere suchten. Trotzdem traf sie Jostein Hansen und seinen geretteten Hamster. Sie hatte keine Ahnung, was aus dieser Geschichte werden würde. Sanna Drogset Børstad legte sich einen Plan zurecht. Sie hatte eine Idee, wie sie vorgehen konnte.

13. Mit der Hilfe einer Zoohandlung

Mit dem Hamster im Schlepptau fuhren die beiden zu einer Tierhandlung. Der Laden arbeitete mit der Organisation „Animal Protection Norway“ zusammen, die sich der Tierwürde und dem Tierschutz widmet. Wenn jemand das ursprüngliche Zuhause dieses verlorenen Hamsters finden konnte, war es einer der 9.000 Menschen, die für die Organisation arbeiteten.

Und in der Tat, die Mitarbeiter der Zoohandlung wussten Rat. Sie halfen Jostein und Sanna jedoch auf unerwartete Art und Weise! Der Angestellte der Zoohandlung sah sich den Hamster an. Er drehte das Tier in seinen Händen um und strich durch das braun, schwarz und blond gefleckte Fell. Dann eröffnete er dem Duo, das Tier sei eigentlich kein Hamster.

14. Ein Lemming!

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Was Jostein mitten auf einer verschneiten norwegischen Straße gejagt hatte, war nicht mal ein Haustier. In gewisser Weise hatte Jostein tatsächlich ein Tier entführt. Die Kreatur war tatsächlich ein norwegischer Lemming! Die in Norwegen beheimateten pelzigen Tiere haben tatsächlich eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit den Haustieren, die wir lieben gelernt haben.

Dieser Lemming hatte wohl Mitten auf der Straße Frosch gespielt. Tatsächlich wandern die Tiere immer wieder in großen Gruppen umher, um sich neuen Lebensraum zu erschließen. Viele Tiere überleben diese Wanderungen nicht, daher haben Lemmings den Ruf, sich gegenseitig von Klippen zu stürzen. Auch von Massenselbstmord der Tiere wird immer wieder gesprochen.

15. Zurück in der Natur

Im Gegensatz zu ihrem Verhalten in der beliebten Videospielserie Lemmings sind die klugen Tiere meisterhafte Gräber. Die pelzigen Tiere vermehren sich in einem vier Jahre dauernden Zyklus zuerst langsam und dann schnell. Ein Instinkt treibt die Lemminge während der Bevölkerungsexplosion zu Massenwanderungen. Das sich die Tiere kollektiv von Klippen stürzen ist jedoch ein Mythos.

Lemminge kommen in der Natur gut zurecht, egal bei welchem ​​Wetter. Jostein war klar, dass er das Tier in die Wildnis zurückbringen musste. Er und Sanna fuhren zu der Straße zurück, von der der Lemming ursprünglich „gerettet“ wurde. Sie setzten das Tier in den Schnee, um es laufen zu lassen. Ein Hamsterrad wäre kein passendes zu Hause gewesen. Die Beteiligten konnten nicht anders als zu lachen. Sie waren Teil der bizarrsten Verwechslung der Welt gewesen.

16. Ein Leben in Freiheit

Bild: jonanderswiken / Shutterstock.com

Sanna hat vielleicht keinen Pulitzer mit der Geschichte gewonnen, aber sie lächelte am Ende des Tages. Sie berichtete in der Zeitung über das Ereignis. Sie war sich sicher, dass niemand der daran beteiligt war, den Vorfall je vergessen würde.

Was Jostein Hansen betrifft, dachten einige daran den Mann zur Verantwortung zu ziehen. Er hatte schließlich einfach ein wildes Tier entführt, während es gerade in Bewegung war. Der Mitarbeiter der Tierhandlung stellte sich jedoch auf Josteins Seite. Lemminge und Hamster sehen sich wirklich zum Verwechseln ähnlich. Allerdings war klar geworden, Jostein Hansen hatte völlig überambitioniert gehandelt. Zurück in der Natur kann der Lemming nun wieder seinem natürlichen Wandertrieb nachgehen.